April 2012


Ein asphaltierter Weg windet sich um die große Kastanie herum und führt dann in einer langen Geraden über den gepflasterten Hof, auf dem nebeneinander zwei dreistöckige verglaste Betongebäude stehen. Die grauen Wände sind in rosa Dämmerlicht getaucht. Als ich um die Ecke biege, geht die Sonne genau zwischen zwei Treppenaufgängen unter, eine kleine, helle Orange.  Der Besitzer des Musik-Cafes steht in der Tür. Er ist ein großer Mann um die fünfzig mit stechendem Blick und kurz geschorenem, grau meliertem Haar. Über seinen Nacken zieht sich eine lange Narbe. Es geht das Gerücht, er sei bei der Fremdenlegion gewesen. Als Kellner fungieren zwei Studenten. Wer diese Studenten sind, weiß niemand so genau. Sie tragen die langen Haare im Nacken zusammengebunden und saubere rote Schürzen bis über die Knie. Der eine ist schön und groß, der andere klein, dicklich und blass. Ich setze mich dicht an die provisorische Bühne, um bei einem Glas kalifornischen Merlot den Auftritt der dreiköpfigen Band zu genießen. Und im ersten Moment denke ich, wie es wäre, wenn sie jetzt „You’ll Never Leave Harlan Alive“ vortragen würden und dann denke ich, du bist doch bescheuert, das wäre ja ein Zufall, und wer rechnet denn schon mit Zufällen? Und im Moment nach dem ersten Moment habe ich verstanden, wieso und weshalb gerade das jetzt passen würde und mir in den Sinn kam, und dass nur das eigentlich das Ziel sein kann, zu wissen, woher gerade dieses Gefühl kommt, dieser Wunsch.

Die Gedanken entwirren sich ganz von allein und der schöne Kellner trägt Baguette und Oliven zu dem Nebentisch, auf den die untergehende Sonne eine rote Linie legt, die Jungs der Band nehmen auf ihren orange beleuchteten Stühlen Platz, vor den Palmen, den Spiegeln und im Klirren der Gläser, und die Musik schabt alle Behäbigkeit und alle Alltäglichkeit von mir ab und alles macht Sinn, ganz viel Sinn und ich glaube jetzt mehr denn je zu wissen – nein, nicht wie die Dinge sein werden, aber wie sie waren.

Dies vorweg: die Gemeinschaftsausstellung „MIX 15“ ist die sogenannte „kleine“ Ausstellung“ unseres Kunstvereins, also quasi eine Ergänzung zu der einmal im Jahr stattfindenen großen Gemeinschaftsausstellung in den Bürgerhäusern, bei der jedes Mitglied, das möchte, teilnehmen kann. Da die vereinseigene Galerie „Markt 9“ in einem kleinen und romantischen, bergischen Fachwerkhaus beheimatet und demzufolge nicht so besonders weitläufig ist, muss natürlich  jeweils die Zahl der Teilnehmenden begrenzt werden ( wobei jeder mal an der Reihe ist, ganz klar).

Diesmal zeigten also 15 Künstlerinnen und Künstler unseres Vereins drei Wochen lang im wahrlich wetterwendischen April eine Auswahl an Bildern und Skulpturen, wobei auch zwei meiner Exponate zu sehen waren, nämlich “James Harman” und “Besuch im Palmengarten”. Und ich war beileibe nicht die Einzige, die fand, dass diese Präsentation wieder ein guter Querschnitt der Kunstschaffenden unseres kleinen Städtchens war: persönlich, unterhaltsam und mit Haltung. Ja, Kunst kann politisch sein, lustig, aufklärerisch oder aufzeigend. Etwas, um eigene Standpunkte darzustellen, sich auszudrücken, sich auszutauschen und ganz vielleicht ein klein wenig zu bewegen.

Am Ende der Ausstellung lasen wir dann neugierig der Reihe nach die Kommentare in unserem immer bereit liegenden Gästebuch, fanden dort Stammgäste und Neue, zählten die Besucher anhand der diversen Strichlisten, fanden einiges an Spenden in der weißen Holzkuh – oh ja, das ist doch schon mal was – und dann machten wir die Wände wieder frei für die nächste Präsentation….( Zur Großansicht bitte auf die Bilder klicken). Wer gern den Artikel aus dem RGA lesen möchte, hier ist der Link:  “Künstlerische Vielfalt” – Kunstverein im RGA

biyomapTragetaschen, Plastikhüllen, selbst genähte Mappen aus Polsterstoff, Wellkarton oder Luftpolsterfolie – oh ja, eine Menge habe ich schon ausprobiert, um meine Bilder unbeschadet von einem Ort zum anderen transportieren zu können. Und was war die Folge? Trotz aller Vorsicht gab es oft genug Schrammen auf den Rahmen, angestoßene Ecken, gesprungenes Glas oder Kratzer. Vom umweltschädlichen Abfall der ausrangierten Luftkissenfolien und den überall anhaftenden Klebestreifen ganz zu schweigen. So, und nun probiere ich etwas Neues aus, nämlich die BiyoMAP.

Das sind robuste ökologische Transporthüllen aus wasserfestem Recyclingmaterial, einfach und elegant designt, wiederverwendbar und versehen mit einem Ökolabel. Das Ein- und Auspacken geht zügig vonstatten, per Klettverschluss wird die Mappe ratzfatz geschlossen und außen gibt es noch ein Klarsichtfach, in das man ein Foto des verpackten Bildes stecken kann – so dass man sogleich weiß, welches Werk sich innen drin befindet.  Suchen ist ab sofort also überflüssig. Eine tolle Sache.  Super finde ich auch den dazugehörigen Gurt, mit dem man die Bilder bequem tragen  kann.  Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal so begeistert von einer nützlichen Sache war.  Und hier ist der Link: www.biyomap.com

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