Zeichenmaterial


biyomapTragetaschen, Plastikhüllen, selbst genähte Mappen aus Polsterstoff, Wellkarton oder Luftpolsterfolie – oh ja, eine Menge habe ich schon ausprobiert, um meine Bilder unbeschadet von einem Ort zum anderen transportieren zu können. Und was war die Folge? Trotz aller Vorsicht gab es oft genug Schrammen auf den Rahmen, angestoßene Ecken, gesprungenes Glas oder Kratzer. Vom umweltschädlichen Abfall der ausrangierten Luftkissenfolien und den überall anhaftenden Klebestreifen ganz zu schweigen. So, und nun probiere ich etwas Neues aus, nämlich die BiyoMAP.

Das sind robuste ökologische Transporthüllen aus wasserfestem Recyclingmaterial, einfach und elegant designt, wiederverwendbar und versehen mit einem Ökolabel. Das Ein- und Auspacken geht zügig vonstatten, per Klettverschluss wird die Mappe ratzfatz geschlossen und außen gibt es noch ein Klarsichtfach, in das man ein Foto des verpackten Bildes stecken kann – so dass man sogleich weiß, welches Werk sich innen drin befindet.  Suchen ist ab sofort also überflüssig. Eine tolle Sache.  Super finde ich auch den dazugehörigen Gurt, mit dem man die Bilder bequem tragen  kann.  Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal so begeistert von einer nützlichen Sache war.  Und hier ist der Link: www.biyomap.com

Bühne….äh, Arbeitstisch frei für meine neuen Pastellfarben von Schmincke!! 30 Stück feinste und extra weiche Farben, so zart wie Samt und Seide, versetzen mich in höchste Begeisterung. Diese 12 mm dicken Rundstifte bestehen nämlich lediglich aus den besten Künstlerpigmenten sowie einem Minimum an Bindemittel im Farbteig. Natürlich kann man sich davon nicht gleich das ganze Sortiment leisten, welches immerhin 400 Farbtöne umfasst, aber mit dieser vergleichsweise kleinen Auswahl im Pappschuber bin ich auf das Höchste zufrieden – denn Askese ist das damit ja noch lange nicht.

Es sei gestanden, dass ich beim Ausprobieren, bzw. beim Anfertigen einer Farbkarte ( siehe rechts im Bild), so wie ich das bei neuen Farben immer mache,  wieder einmal von der ungewöhnlichen Weichheit und Farbstärke der Schmincke-Pastelle, ob direkt, mit den Fingern, Pinsel oder Estompen ausprobiert, beeindruckt war. Welch ein Gegensatz zu der Billigware, die immer wieder mal für wenige Euro im notorischen Discounter verkauft wird ( und die ich zugegebenermaßen auch schon mal ausprobiere, mehr oder weniger schuldbewusst). Denn wir wissen ja alle, dass im Endeffekt der Preis dieser Ramschware von der Umwelt gezahlt wird und von denjenigen, die die Ware in Fernost produzieren und sie womöglich mit chemischen Elementen, Lösemitteln und Schwermetallen versehen ( wobei Pastellkreiden im Prinzip  zu den sichereren Zubereitungen zählen).

Es könnte also sein, dass ich dieses wunderbare Set so nach und nach mit weiteren Tönen dieser fantastischen Rundstifte eweitern werde, z.B. mit Zirkoncoelinblau, Schieferviolett und Eglantinerosa. Ach was, das könnte nicht nur sein, das wird es! Ganz bestimmt…….

Notiz- und Skizzenbücher habe ich eine Menge. Große, kleine, breite, schmale, welche mit dickem oder dünnem Papier, mit Unterteilungen oder blanko. Am liebsten trage ich aber nach wie vor ein schönes Moleskine-Skizzenbuch (zur Großansicht bitte auf das Bild klicken) mit mir herum, mit cremefarbenen, karierten Blättern, schwarzem Pappdeckel und elastischem Gummiband, mit dem man es verschließen kann. Obwohl, Notizbücher von Moleskine soll es mittlerweile in vielen verschiedenen Varianten geben. Ich hörte sogar von Extra-Small-Varianten für Menschen, die gerne mit ganz kleinen Buchstaben schreiben. Wie manch einer weiß, stellte ich vor kurzem hier ( klick ) , einige meiner Notizbücher vor, in denen man eine Menge Skizzen, alltägliche Eindrücke, emotionale Verbindungen oder Farben, Anmerkungen, Kritzeleien und Ideen entdecken kann, bevor diese zu Bildern oder vielleicht auch zu Geschichten werden. Nämlich dann, wenn sich die  Essenz dieser Aufzeichnungen in meinen Hirnwindungen kondensiert hat. Später vielleicht. Eventuell. Oder auch gleich. Die meisten von  ihnen werden jedoch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag nichts als Momentaufnahmen bleiben, die ich versucht habe, auf diesen karierten Blättern festzuhalten und in denen ich z.B.  in Stunden der Besinnung ab und zu herum stöbere.  Und dabei oft genug feststelle, dass vieles, auch so manche Gedanken, ein ums andere Mal im Alltagsmatsch versunken sind. Eigentlich müsste man viel mehr von ihnen retten. Aufschreiben, skizzieren, mitteilen, noch mal denken. Oh ja. Nicht nur einmal ist es mir passiert, dass ich bei manchen Eintragungen auch nach Jahren noch für einen kurzen Moment innehalte und denke: “Huch.”  Und: “Wow.”

Nur muss man ab und zu daran erinnert werden.

Ein richtig nützliches und funktionales Teil zum Malen und Skizzieren ist diese Stifterolle. Ritsch-ratsch ist sie ausgebreitet und ebenso schnell wieder verschwunden. Dank Gummizug-Halterungen purzeln die Stifte nicht heraus und langes Kramen nach der passenden Farbe ist auch vorbei.
Diese handliche Rolltasche aus Leinen ist mit 27 kleinen und 4 großen Schlaufen ausgestattet. Damit fasst sie ein übersichtliches Farbstift- und/oder Bleistiftset und die großen Schlaufen nehmen zusätzlich dickere Stifte oder auch einen Radierer und Schere auf. Verschließen lässt sich die Tasche mit einem Gurt aus Kunstleder und einem Druckverschluss. Das ist, wie ich finde, eine praktische Sache: Rolle vorwärts und die Stifte liegen griffbereit; Rolle rückwärts und das Malwerkzeug wird platzsparend verstaut. Diese Konstruktion erweist sich meiner Meinung nach schnell einem „reißverschlossenen“ Etui überlegen. Außerdem ist die Stiftrolle problemlos einhändig zu bedienen, während die zweite Hand den Notizblock hält.

Ich erinnere mich, dass ich mir mal eine Stifterolle aus dickem Stoff mit viel Elan und Begeisterung selbst genäht habe. Leider ist diese dann aber ziemlich schnell unansehnlich geworden, da man den Farbabrieb der Stifte nicht vermeiden kann. Außerdem gebe ich zu, dass ich nicht die perfekte Schneiderin bin. Ganz toll und etwas Besonderes ist natürlich eine sogenannte „Oldschool“- Rolltasche aus kräftigem und weichem Leder, wobei sich das Preisgefüge allerdings in einem etwas anderen Rahmen bewegt. Nun ja. Diese meine Rolle von der Firma DERWENT hat moderate 8,90 Euro gekostet.

In meinen großen und kleinen Skizzenbüchern sammele ich Eindrücke und Beobachtungen. Ein handliches Skizzenbuch, ca. DIN A5 groß, steckt in der Regel immer in irgendeiner meiner Taschen, so dass ich da hinein alles mögliche zeichnen kann, was mir den Weg kreuzt. Ab und zu skizziere ich auch nur bestimmte Strukturen und Formen oder Ornamente, um mit ihnen vertraut zu werden. Oft schreibe ich dabei meine Gedanken, besondere Farben oder Farbzusammenstellungen, Begebenheiten oder auch Adressen dazu. Und jetzt könnte man mal fragen, ob das überhaupt Sinn macht, dass meine Skizzenbücher mit allem Möglichen vollgekritzelt werden. Könnte man, ich tue es jedoch nicht. Ich kenn nämlich die Antwort. Denn meine Skizzen erzählen Geschichten, obwohl es keine fertigen Bilder sind. Aber sie werden so für mich auch zu Nachschlagewerken, in denen Erinnerungen an bestimmte Begebenheiten konserviert werden und später als Information (z.B. als Hintergrund) in jedes beliebige Portrait fließen können. (weiterlesen…)

Habe ich eigentlich schon ein Loblied auf Pastellkreiden gesungen? Ja oder ja? Nicht nur, dass Pastellkreiden ausgesprochen vielseitige Zeicheninstrumente sind, weil man mit ihnen ein breites Spektrum verschiedenster Linien und Flächen aufbauen kann, sondern weil man mit ihnen auch jeden noch so knallroten Tomatenfleck oder sanft säuselnden lichtblauen Himmel erzeugen kann. Und weil man sich mit ihnen ganz ohne Probleme trauen kann, auf einem leeren Blatt  einfach mal so mit dem Malen anzufangen. Oder zumindest mit dem ein oder anderen Versuch desselben. Denn dadurch, dass Pastellkreide sowohl zum Zeichnen wie auch zum Malen geeignet ist, finde ich  sie geradezu ideal für Portraits und die Figurenmalerei. Hier in diesem Auftrags-Doppelbildnis habe ich sowohl die weiche Vermalung und Verwischung der Farben gewählt, als auch eine etwas expressivere Strichführung, wie sie z.B. bei den Haaren zu sehen ist. Alle Malutensilien, die ich für dieses Bild benutzt habe, habe ich jetzt mal um das Portrait herum drapiert. Es sind gar nicht so viele, nämlich zuerst einmal ein paar  „Studio Quality Soft Pastells“ von Faber Castell, dazu diverse Farbstifte „Albrecht Dürer“ und Graphitstifte in verschiedenen Härtegraden, ebenfalls von Faber Castell. Dann noch Rötelkreide, einen weißen „PITT Pastel“ Stift, einen PITT Oil Base Rötel/Sanguine“Stift  und „Fine Art Charcoral“ von Schmincke. Überhaupt der weiße „PITT Pastel“ Stift. Erinnerungstechnisch lande ich jedes Mal mit ihm in einem verregneten Gartenhaus-Urlaub. Zusammen mit einem schwarzen Zeichenblock und einem Kassettenrecorder. Aber das erzähle ich vielleicht ein anderes Mal.

Da ich nicht so viel Platz in meiner Wohnung habe, geschweige denn ein weitläufiges Atelier mein eigen nennen darf, entstehen meine Bilder und Portraits an meinem großen, alten Kulissentisch. Gut, er ist nicht mehr der Jüngste, trägt so ungefähr hundertdreißig Jahre auf dem Buckel, bzw. der Tischplatte, aber egal. Jedenfalls ist darauf genug Platz, um  während des Skizzierens, Entwerfens,  Planens und Umsetzens in immer wieder neue, spannende Abenteuer abtauchen zu können und dabei ein kleines Stückchen Paradies zu finden, während sich die Welt draußen weiter dreht. Im Verlauf des teils langsamen Prozesses der Annäherung an das Motiv sitze ich voller Tatendrang auf  einem Armlehnstuhl aus den 20er Jahren.

Manchmal allerdings zeichne ich auch im Stehen, während das Blatt vor mir horizontal auf dem Tisch ausgebreitet ist.  Es kann auch sein, dass ich mich auf den Boden hocke und das Papier eben dort hinlege, so dass ich selbst meine Zeichnung gleichsam aus der Vogelschau sehe.  Auch nicht schlecht.  Warum und weshalb ich das tue, ist müßig zu fragen. Tja, insgesamt ist es, als würde ich in einen fiktiven, gedanklichen Dialog mit diesem Menschen, dessen Portrait gerade entsteht, treten. Manchmal in Begleitung einer Tasse Kaffee oder eines Glases Wein. In diesem zeichnerischen Tun, in diesem, sagen wir mal Zwiegespräch, bin ich ganz bei mir, ich lasse mich leiten vom bildnerischen Prozess, schalte sozusagen meinen Kopf aus. Und dass ich bei einem zu portraitierenden Musiker/Musikerin dazu dann die jeweilige Musik in meinem  Player auf repeat laufen lasse, versteht sich von selbst.

Hier auf dem Foto ist übrigens der fertige Entwurf, die ausgearbeitete Skizze des Portraits von Glen Hansard zu sehen. Wie ich diese detaillierte Vorzeichnung dann in ein Portrait umgesetzt habe, das kann man dann bald hier auch noch lesen ( jetzt aber auch schon oben im Register “Portfolio” anschauen).

Ein paar meiner Zeichenpapiere

Ein paar meiner Zeichenpapiere

….. sieht eigentlich ein Portrait am besten aus? Das wollte ich schon immer wissen und teste deshalb seit Jahren immer wieder neue Papier- und Pappevarianten. Eins vorneweg: eine Antwort darauf habe ich bisher nicht gefunden, es ist meiner Meinung nach schlichtweg Geschmackssache. Dabei bin ich über allem, was ich bisher ausprobiert habe, natürlich froh, dass es so viele Dinge gibt, über die man den Zeichenstift schwingen kann. Aber egal, was ich als Zeichenuntergrund nehme – gar manches Mal löst dieser ein Wechselbad der Gefühle aus. Euphorie wechselt ab mit Frust. Applaus mit Schmährufen. Begeisterung mit Ernüchterung. Unterm Strich aber macht es Spaß, hier mal ausgetretene Pfade zu verlassen, denn schließlich habe ich außer allen Tassen noch jede Menge diesbezügliche Alternativen im Schrank: Hadernpapier, Bütten, Pergament, Pappe, Ingrespapier, Sumi, Leinen, Alfa, Holz, Tapete usw.

Hier ist jetzt mal eine ganz kleine Auswahl dieser Alternativen zu sehen: direkt vorn ein von mir sehr gern und häufig genutzter Block: Hahnemühle Fine Art Skizzenpapier 120 g. Ein hochwertiges, weißes, mittelraues und griffiges Papier, welches kontrastreiche Graphitstriche gewährleistet und auch sehr gut geeignet ist für Kohle, Rötel, Wachs- und Pastellkreiden. Dazu in praktischer DIN A4 Größe, somit überall hin einsteck- und mitnehmbar. Dahinter ein ähnliches Sketch Pad von Schleicher und Schüll, allerdings in 190g. Dies fühlt sich natürlich stabiler und fester an, aber ich kann jetzt nicht sagen, welches ich persönlich lieber nutze. Ich denke mal, das kommt einfach nur auf meine Stimmung an…..

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 59 other followers