Oha….wer hier schon eine gewisse Zeit lang mitliest, der staunt jetzt, denn der- oder diejenige weiß natürlich, dass ich hier schon mehrere meiner Portraits von Bob Dylan besprochen und erläutert habe. Also noch eines? Ja, noch eines.

Bei diesem Portrait ( zur Großansicht bitte auf das Bild klicken) habe ich, bevor ich mit der Ausarbeitung des eigentlichen Bildnisses begann, vorab schon mal eine teilweise Untermalung aus Aquarellfarben auf einem leicht rauen Aquarellpapier angelegt. Nachdem ich dies nämlich einmal vor vielen Jahren bei einem Amsterdamer Maler beobachtete, den ich  in seinem chaotischen Atelier besuchen durfte, mache ich das  des öfteren so, denn ich halte dies für eine definitiv gute Idee. Wie man sieht, ist diese Untermalung hier nicht ganzformatig aufgetragen, sondern ich habe damit für das Bild, bzw. den hinteren Breich desselben, wichtige Farben und Formen des Motivs vorgegeben, so wie ich sie für den unrealen Hintergrund passend halte. Der Vorteil einer mehrfarbigen Untermalung ist, dass dadurch bereits verschiedene Farbflächen vorgegeben sind und somit später nicht mehr so viele einzelne Schichten aufgetragen werden müssen. Auch die Farbkomposition ist dann bereits stimmig angelegt. Hier sind zum Beispiel stilisierte Häuser mit Graphit und Kohle, ein Baum und seine verzweigten Äste mit Tinte (ja, auch die gehört zu meinen Zeichen-Utensilien), ein Textfragment mit Graphitkreide und die Räder mit Farbstift und Tinte über der Untermalung platziert. Auf diese Art und Weise entsteht eine assoziative Gedankenwelt, eine Versuchsanordnung, deren Gestaltung die Bildidee, einen der einflussreichsten Musiker (und auch Dichter und Maler) des 20. Jahrhunderts zu portraitieren, ausmacht.

Ach ja, bei dieser Gelegenheit möchte ich jetzt mal nicht nur Bob Dylan, sondern all jenen Menschen danken, die nach wie vor ihre Zeit und Kreativität verschwenden, Dichten, Musizieren, Malen, Schreiben, Philosophieren und sich anderer Leute Köpfe zerbrechen und unsere Horizonte erweitern.

Dieses Bob Dylan`s Porträt ist 50 x 70 cm groß, hat ein helles, strukturiertes Passepartout und wird vervollständigt mit einem schmalen schwarzen Rahmen. Und wer sich gern noch weitere meiner Porträt`s von Bob Dylan anschauen möchte, der kann dann bitte mal ganz oben auf die Registerkarte „Portfolio“ klicken. Oder wer dazu mal die jeweiligen Erläuterungen meiner Vorgehensweise, bzw. Maltechnik lesen möchte, der kann dann mal hier klicken ( klick*) oder hier ( klick *) oder hier ( klick*).

"Messing With The Kid"- Larry Miller

"Messing With The Kid"- Larry Miller

Hier also Larry Miller. Grundlage für dieses Portrait ( zur Großansicht bitte auf das Bild klicken) war sein Auftritt im Talbahnhof in Eschweiler im November 2009, als er eine tolle Show von hohem Unterhaltungswert ablieferte. Man weiß ja beispielsweise, dass Larry Miller ein ausgezeichneter Gitarrist und Sänger ist, aber dass er auch ein hervorragender Comedian und somit, wenn man das alles zusammennimmt, einen gnadenlos guten Entertainer darstellt, ist dem einen oder anderen, der ihn noch nicht live auf der Bühne erleben konnte, vielleicht neu. Man kann sagen, dass sich Herr Miller stilistisch zwischen seinen beiden großen Vorbildern Jimi Hendrix und Rory Gallagher bewegt.  Und somit weiß jetzt so ziemlich jeder Musikinteressierte Bescheid.

Auf seinem Porträt wollte ich das Komödiantische, Verschmitzte und Slapstickartige des Larry Miller zeigen, der in seinen Konzerten mit einem grimassierenden Mordsspaß  die Zuschauer auf seine Seite zieht, so dass diese jedes Mal schier aus dem Häuschen geraten.

Gebraucht habe ich dazu so einfache Malmittel wie Wasserfarben, Tinte, Graphitstift und Farbstifte. Der Vorteil dieser schlichten Ausstattung ist, dass man mit ihr sehr schnell arbeiten und auch mal den Malprozess einfach zwischendurch unterbrechen und später fortsetzen kann. Denn bis auf die Wasserfarben sind keine Trocknungszeiten vonnöten und es ergeben sich demzufolge auch kaum Farbveränderungen. Für den Hintergrund habe ich vorher Farbproben auf dem verwendeten Malgrund, hier ein mattes, dickes Büttenpapier, aufgetragen und verglichen, bis ich die richtige Mischung hatte, so wie sie mir vorschwebte und die auch zu dem Portrait passt.

Zum Schluss bekam Larry Miller noch ein  Passepartout in elfenbein und einen schmalen Rahmen in mattem Weiß.

Julian Sas am 08.11.2009 in Viersen

Julian Sas am 08.11.2009 in Viersen

Ja, das kommt davon, wenn man, wie ich, auf dem beeindruckende Konzert von Julian Sas am 08.11.2009 in Viersen war, bei dem mein „Old Friend“ Tony Joe G. einige hervorragende Fotos schoss. Eines von diesen gibt mir jetzt hier die freihändige Vorlage zu dem Portrait von Julian Sas.   Denn beim Portraitieren beginne ich immer mit einer Idee, die mich leitet und kleinen Skizzen, oder kleinen Ausschnitten aus Fotografien. Dadurch ist dann das „Gerüst“ schon da, allerdings muss ich dazu auch noch sagen, dass meine Bilder nie bis ins Kleinste geplant sind. Ich gebe dem Material gerne einen Raum, oder das Material gibt mir einen Raum, wir sind sozusagen im Dialog. Dieser Dialog besteht aus vielen Hunderten von Bleistiftstrichen auf der zu Beginn „leeren“ Papierfläche, die manchmal leicht, aber manchmal auch mit gut dosierter Kraft ausgeführt werden müssen. Denn ich möchte damit Teilflächen sowohl luftig und hell, als auch tiefschwarz und verdichtet bekommen. Und dann auch noch meinen persönlichen Stil hineinzaubern. Der hier in dieser Szene in Maßen freie Strich bringt Unregelmäßigkeiten und Lebendigkeit in die Zeichnung und eine künstlerische Note ins Spiel. Viel von seinem Reiz bezieht dieses Portrait aus den irrealen, spielerischen Aquarellwolken in Blauvarianten, durch welche obendrein frei gezeichnete Assoziationen schweben.

Ja, Zeichnen hat, je nach Motiv und Intention, etwas mit Kraft, Geduld, Willen und Planung zu tun. Man muss wissen, was man tut. Um damit dem Betrachter zu vermitteln, was man durch das Bild ausdrücken oder mitteilen möchte. Und um manchmal sogar selbst darüber zu staunen, was der Strich so alles vermag….

Dieses Portrait ist im Original 30 x 40 cm groß, hat ein lichtgraues Passepartout und einen grauglänzenden Metallrahmen. Es gibt dieses Porträt auch als hochwertigen Druck in der Größe 40 x 50 cm auf edlem Papier, dazu ein Passepartout und Rahmen nach Wunsch.

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