Schon seit langem habe ich mich auf meine Ausstellung in der Galerie des hiesigen Kunstvereins gefreut. Denn ich habe die große Freude und das Vergnügen, 21 meiner Zeichnungen in Mischtechnik in dem stimmungsvollen Rahmen der Kunstgalerie präsentieren zu dürfen. Ja, und außerdem hatte ich die Ehre, dass Wolfgang Becker, Gitarrist und Sänger der Düsseldorfer Band „Schwarzbrenner“, auf der Vernissage am gestrigen Sonntag anwesend war, um die Besucher musikalisch zu begrüssen und die Ausstellung zu untermalen. Die Freude war deshalb so groß, weil ich Wolfgang Beckers musikalische Interpretationen der Lyrik des expressionistischen Dichters Georg Heym seit langem sehr schätze.
Eigentlich kenne ich kaum jemanden, der nicht ein Fan von Wolfgang Becker oder Georg Heym ist,  was beweist, dass ich in der Auswahl meiner Mitmenschen nicht immer ein unglückliches Händchen habe
Wenn man auf das Plakat an der Tür schaut, sieht man, dass ich die Ausstellung unter das Thema  „Der Fremde – Der Gleiche“ gestellt habe, denn wie jeder, der mich auch nur ein klitzekleines bisschen kennt, weiß,  interessieren mich bei meinen Zeichnungen zuallererst Menschen.
Vor allem auch ihre Lebensgeschichten, die in der heutigen Zeit scheinbar soviel facettenreicher sind, weil die Welt vielleicht so viel mehr zulässt: warum landet z.B. eine gestandene Frau aus Benin, die Medizin studiert hat, auf der Bühne und spielt Gitarre? Das, was vielleicht nicht immer auf den ersten Blick zu sehen ist, versuche ich mit dem Zeichenstift einzufangen – als einen emotionalen Moment, gestellt oder quasi als Schnappschuss mitgenommen, in Appartements, auf Bühnen, im Biergarten, beim Klettern, und ja, auch auf dem Bett sitzend.
Aber natürlich ist mein persönlicher Eindruck immer nur ein ganz kleiner Teil der Wahrheit. Das ist klar.
Drei Wochen lang, nämlich bis zum 19. Februar wird die  Ausstellung zu sehen sein und Einblicke in meine Ansichten von mehr oder weniger figürlich dargestellte Charaktere gewähren; und zwar auch zum Mitnehmen. Die Bilder kann man mittwochs und sonntags von 15 bis 17 Uhr anschauen, oder gerne zu einem mit mir vereinbarten Termin. Einfach einen Zeitpunkt per Tel. oder mail ausmachen!
Ich bin gespannt, freue mich auf die kommenden Tage und Begegnungen. ( Zur Großansicht bitte auf die Bilder klicken.)

Buntstifte und Pastellstifte kann man auch kombinieren, wie es hier in meinem Porträt des Bluesmusikers Robert Lockwood dargestellt ist ( zur Großansicht bitte auf das Bild klicken). Eine Zeichnung mit Pastellstiften, die zumeist sehr malerisch wirkt, kann durch grafisches Überzeichnen mit Buntstiften eine nachträgliche Klarheit bekommen. Umgekehrt kann eine Zeichnung mit Buntstiften weicher und diffuser werden, wenn sie nachträglich mit Pastellstiften überarbeitet wird. Für dieses Porträt  einer der „Last of the great Mississippi Delta Bluesmen“ habe ich nur wenige Farben benutzt, Ocker, Siena, Umbra, Grau, Schwarz und etwas Blau. Gezeichnet ist auf Hahnemühle Zeichenpapier 120g in DIN A3, welches ich quadratisch zurechtgeschnitten habe. Die Person, die Gitarre und auch die Hand sind relativ genau und realistisch gezeichnet, während der Hintergrund im Diffusen verschwimmt und nur eine schwach angedeutete Landschaft zeigt. Denn das Wichtige hier auf dieser Zeichnung ist der Mensch Robert Lockwood, der für seine Musik, seinen Blues, lebte und dies sein ganzes langes Leben lang. Dieses Porträt ist eines aus meiner Serie „The Blues Is Still Alive -  Porträts alter Bluesmänner/Bluesfrauen“, die ich mit Zeichnungen von Stadt- und Landansichten aus dem Süden der USA kombiniert habe.

Und wer jetzt gern mal einen Song von Robert Lockwood sehen und hören möchte, der kann dann mal hier klicken:

Für alle diejenigen, die vielleicht ihre Wohnung ein wenig umdekorieren möchten, gibt es jetzt die Gelegenheit, mit ein wenig Glück ein Original-Kunstwerk zu gewinnen!

Denn 10 verschiedene Künstler, die alle einen Blog betreiben, haben sich zusammengeschlossen, um in den nächsten 10 Wochen 10 Stck. ihrer Original-Kunstwerke zu verlosen, denn manchmal muss es halt ein wenig Showiness sein. Für 10 Wochen blüht also die Diskussionsrunde nacheinander in den Blogs aus Berlin, Bremen, Friesland, Hamburg, Magdeburg, Selm, Sanitz und Wermelskirchen. Mit regelmäßigen Fragen zur Kunst, und zwar jeweils Montags, bietet die Blogparade die Gelegenheit, immer mal wieder in unsere Blogs zu kommen und zu stöbern – und sich nebenbei auszutauschen. BIETE Kunst, SUCHE Gespräche und dazu ein gegenseitiges Kennenlernen – diesen Seiteneffekt hat das „Austauschen“ neben dem klaren Statement gegen vorgefertigten Massenkonsum in der Kunst nämlich auch. Hochgestochen formuliert ist es für 10 Wochen eine Wir-Gemeinschaft, die dabei wächst. In jeder Hinsicht.

Die einzelnen Blogparaden laufen jeweils eine Woche und am Ende dieser Woche wird auf dem Blog des Künstlers, der gerade “dran” ist, eine Zeichnung, ein Druck oder ein Aquarell unter den Teilnehmern der jeweiligen Diskussionsrunde verlost. Die Verlosung nimmt jeder Künstler in eigener Verantwortung vor. Also, wer mag, bitte mitmachen und weitersagen. Zusätzlich zu den unten angezeigten Verlosungen unterstützt uns die Firma „Hahnemühle“ mit Überraschungspaketen für die Teilnehmer. Man darf also gespannt sein.

Und das sind dann also die Künstler und die zu gewinnenden  Kunstwerke in der Reihenfolge der Blogparaden:

18.4.2011Andreas Mattern
„Prag 2“ -  Farbradierungen/Aquatinta 3 Platten, auf Hahnemühle Kupferdruckpapier, 15 x 20 cm, 2010

25.4.2011Julia Tepasse
„auftrieb“  -  collage//paper on canvas, 10 x 10 cm, 2010

02.05.2011Oliver Kohls
„Harlingen“  -  Pastell auf Sandpapier, ca. 40 x 30 cm, 2011

09.05.2011Conny Niehoff

„Rückenakt“  -  32 x 24 cm, Hahnemühle Burgund

16.05.2011Susanne Haun
„Wachender Engel“  -  Zeichnung 17 x 24 cm, Tusche auf Hahnemühle Burgund, 2011

23.05.2011Anna Schüler
„Zwischen den Zeiten VI“  -  Format A4, Tusche auf Bütten, 2010

30.5.2011 - Frank Hess
„Tulpenvase“  -  Zeichnung 30 x 20 cm, Tusche auf Bütten, 2011

06.06.2011Helen Königs
„Strandhaus 6″  -  Acryl auf Pizzakarton; genäht auf Passepartout, 15 x 15 cm, 2011

13.06.2011Roswitha Geisler
„Jimi Hendrix – Hush“ wasservermalte Pastellstifte, Graphit und Tinte auf Bütten von Hahnemühle 30 x 21 cm, Größe der Zeichnung ca. 15 x 15 cm

20.06.2011Frank Koebsch
„Kranich“  -  Miniatur in Aquarell auf Hahnemühle Aquarellpostkarte 10,5 x 15 cm, 2011

Wem also eines (oder mehrere) der Bilder gefällt und es gewinnen möchte, dem drücke ich die Daumen!

Die Idee zu diesem Porträt von Jimi Hendrix kam mir, als ich während eines Telefonates im Büro auf meiner Schreibtischunterlage herumkritzelte. Ein psychedelisches Muster entstand, ein Wust kringeliger Locken und eine Art wellenförmiger Sonne. Die Assoziation zu Jimi Hendrix erschien mir unverkennbar!

Also nahm ich das Blatt mit nach Hause, suchte mir ein altes Plattencover von Jimi Hendrix heraus und machte mich an die Arbeit.  Das „Kritzeln“ wollte ich auf jeden Fall beibehalten, nahm mir dafür zuerst mal einen Kugelschreiber und in einer zweiten Variante dann einen sehr altmodischen Mont Blanc-Füllfederhalter und kritzelte Jimi mit schnellen Strichen auf das Papier.  Dazu wählte ich raues, braunes, geripptes Ingrespapier in 100g Stärke aus, auf dem der Stift, bzw. der Füllfederhalter teilweise etwas „hakt“, was einen schönen Effekt ergibt.  Das psychedelische Muster ringsherum, das an eine wabernde Sonne oder einen Scheinwerfereffekt erinnert, habe ich mit wasservermalbaren Buntstiften in gelb und rot gezeichnet. Diese sind etwas cremiger als normale Buntstifte und werden mit einem mehr oder weniger feuchten Pinsel laviert.

Da ich so richtig in Schwung war, habe ich von diesem Motiv eine ganze Serie gezeichnet  und zwar in verschiedenen Farb-,  Papier- und Hintergrundvarianten, die sehr dekorativ nebeneinander gerahmt aussehen.

Notiz- und Skizzenbücher habe ich eine Menge. Große, kleine, breite, schmale, welche mit dickem oder dünnem Papier, mit Unterteilungen oder blanko. Am liebsten trage ich aber nach wie vor ein schönes Moleskine-Skizzenbuch (zur Großansicht bitte auf das Bild klicken) mit mir herum, mit cremefarbenen, karierten Blättern, schwarzem Pappdeckel und elastischem Gummiband, mit dem man es verschließen kann. Obwohl, Notizbücher von Moleskine soll es mittlerweile in vielen verschiedenen Varianten geben. Ich hörte sogar von Extra-Small-Varianten für Menschen, die gerne mit ganz kleinen Buchstaben schreiben. Wie manch einer weiß, stellte ich vor kurzem hier ( klick ) , einige meiner Notizbücher vor, in denen man eine Menge Skizzen, alltägliche Eindrücke, emotionale Verbindungen oder Farben, Anmerkungen, Kritzeleien und Ideen entdecken kann, bevor diese zu Bildern oder vielleicht auch zu Geschichten werden. Nämlich dann, wenn sich die  Essenz dieser Aufzeichnungen in meinen Hirnwindungen kondensiert hat. Später vielleicht. Eventuell. Oder auch gleich. Die meisten von  ihnen werden jedoch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag nichts als Momentaufnahmen bleiben, die ich versucht habe, auf diesen karierten Blättern festzuhalten und in denen ich z.B.  in Stunden der Besinnung ab und zu herum stöbere.  Und dabei oft genug feststelle, dass vieles, auch so manche Gedanken, ein ums andere Mal im Alltagsmatsch versunken sind. Eigentlich müsste man viel mehr von ihnen retten. Aufschreiben, skizzieren, mitteilen, noch mal denken. Oh ja. Nicht nur einmal ist es mir passiert, dass ich bei manchen Eintragungen auch nach Jahren noch für einen kurzen Moment innehalte und denke: “Huch.”  Und: “Wow.”

Nur muss man ab und zu daran erinnert werden.

Ein richtig nützliches und funktionales Teil zum Malen und Skizzieren ist diese Stifterolle. Ritsch-ratsch ist sie ausgebreitet und ebenso schnell wieder verschwunden. Dank Gummizug-Halterungen purzeln die Stifte nicht heraus und langes Kramen nach der passenden Farbe ist auch vorbei.
Diese handliche Rolltasche aus Leinen ist mit 27 kleinen und 4 großen Schlaufen ausgestattet. Damit fasst sie ein übersichtliches Farbstift- und/oder Bleistiftset und die großen Schlaufen nehmen zusätzlich dickere Stifte oder auch einen Radierer und Schere auf. Verschließen lässt sich die Tasche mit einem Gurt aus Kunstleder und einem Druckverschluss. Das ist, wie ich finde, eine praktische Sache: Rolle vorwärts und die Stifte liegen griffbereit; Rolle rückwärts und das Malwerkzeug wird platzsparend verstaut. Diese Konstruktion erweist sich meiner Meinung nach schnell einem „reißverschlossenen“ Etui überlegen. Außerdem ist die Stiftrolle problemlos einhändig zu bedienen, während die zweite Hand den Notizblock hält.

Ich erinnere mich, dass ich mir mal eine Stifterolle aus dickem Stoff mit viel Elan und Begeisterung selbst genäht habe. Leider ist diese dann aber ziemlich schnell unansehnlich geworden, da man den Farbabrieb der Stifte nicht vermeiden kann. Außerdem gebe ich zu, dass ich nicht die perfekte Schneiderin bin. Ganz toll und etwas Besonderes ist natürlich eine sogenannte „Oldschool“- Rolltasche aus kräftigem und weichem Leder, wobei sich das Preisgefüge allerdings in einem etwas anderen Rahmen bewegt. Nun ja. Diese meine Rolle von der Firma DERWENT hat moderate 8,90 Euro gekostet.

Habe ich eigentlich schon ein Loblied auf Pastellkreiden gesungen? Ja oder ja? Nicht nur, dass Pastellkreiden ausgesprochen vielseitige Zeicheninstrumente sind, weil man mit ihnen ein breites Spektrum verschiedenster Linien und Flächen aufbauen kann, sondern weil man mit ihnen auch jeden noch so knallroten Tomatenfleck oder sanft säuselnden lichtblauen Himmel erzeugen kann. Und weil man sich mit ihnen ganz ohne Probleme trauen kann, auf einem leeren Blatt  einfach mal so mit dem Malen anzufangen. Oder zumindest mit dem ein oder anderen Versuch desselben. Denn dadurch, dass Pastellkreide sowohl zum Zeichnen wie auch zum Malen geeignet ist, finde ich  sie geradezu ideal für Portraits und die Figurenmalerei. Hier in diesem Auftrags-Doppelbildnis habe ich sowohl die weiche Vermalung und Verwischung der Farben gewählt, als auch eine etwas expressivere Strichführung, wie sie z.B. bei den Haaren zu sehen ist. Alle Malutensilien, die ich für dieses Bild benutzt habe, habe ich jetzt mal um das Portrait herum drapiert. Es sind gar nicht so viele, nämlich zuerst einmal ein paar  „Studio Quality Soft Pastells“ von Faber Castell, dazu diverse Farbstifte „Albrecht Dürer“ und Graphitstifte in verschiedenen Härtegraden, ebenfalls von Faber Castell. Dann noch Rötelkreide, einen weißen „PITT Pastel“ Stift, einen PITT Oil Base Rötel/Sanguine“Stift  und „Fine Art Charcoral“ von Schmincke. Überhaupt der weiße „PITT Pastel“ Stift. Erinnerungstechnisch lande ich jedes Mal mit ihm in einem verregneten Gartenhaus-Urlaub. Zusammen mit einem schwarzen Zeichenblock und einem Kassettenrecorder. Aber das erzähle ich vielleicht ein anderes Mal.

Da ich nicht so viel Platz in meiner Wohnung habe, geschweige denn ein weitläufiges Atelier mein eigen nennen darf, entstehen meine Bilder und Portraits an meinem großen, alten Kulissentisch. Gut, er ist nicht mehr der Jüngste, trägt so ungefähr hundertdreißig Jahre auf dem Buckel, bzw. der Tischplatte, aber egal. Jedenfalls ist darauf genug Platz, um  während des Skizzierens, Entwerfens,  Planens und Umsetzens in immer wieder neue, spannende Abenteuer abtauchen zu können und dabei ein kleines Stückchen Paradies zu finden, während sich die Welt draußen weiter dreht. Im Verlauf des teils langsamen Prozesses der Annäherung an das Motiv sitze ich voller Tatendrang auf  einem Armlehnstuhl aus den 20er Jahren.

Manchmal allerdings zeichne ich auch im Stehen, während das Blatt vor mir horizontal auf dem Tisch ausgebreitet ist.  Es kann auch sein, dass ich mich auf den Boden hocke und das Papier eben dort hinlege, so dass ich selbst meine Zeichnung gleichsam aus der Vogelschau sehe.  Auch nicht schlecht.  Warum und weshalb ich das tue, ist müßig zu fragen. Tja, insgesamt ist es, als würde ich in einen fiktiven, gedanklichen Dialog mit diesem Menschen, dessen Portrait gerade entsteht, treten. Manchmal in Begleitung einer Tasse Kaffee oder eines Glases Wein. In diesem zeichnerischen Tun, in diesem, sagen wir mal Zwiegespräch, bin ich ganz bei mir, ich lasse mich leiten vom bildnerischen Prozess, schalte sozusagen meinen Kopf aus. Und dass ich bei einem zu portraitierenden Musiker/Musikerin dazu dann die jeweilige Musik in meinem  Player auf repeat laufen lasse, versteht sich von selbst.

Hier auf dem Foto ist übrigens der fertige Entwurf, die ausgearbeitete Skizze des Portraits von Glen Hansard zu sehen. Wie ich diese detaillierte Vorzeichnung dann in ein Portrait umgesetzt habe, das kann man dann bald hier auch noch lesen ( jetzt aber auch schon oben im Register “Portfolio” anschauen).

"Messing With The Kid"- Larry Miller

"Messing With The Kid"- Larry Miller

Hier also Larry Miller. Grundlage für dieses Portrait ( zur Großansicht bitte auf das Bild klicken) war sein Auftritt im Talbahnhof in Eschweiler im November 2009, als er eine tolle Show von hohem Unterhaltungswert ablieferte. Man weiß ja beispielsweise, dass Larry Miller ein ausgezeichneter Gitarrist und Sänger ist, aber dass er auch ein hervorragender Comedian und somit, wenn man das alles zusammennimmt, einen gnadenlos guten Entertainer darstellt, ist dem einen oder anderen, der ihn noch nicht live auf der Bühne erleben konnte, vielleicht neu. Man kann sagen, dass sich Herr Miller stilistisch zwischen seinen beiden großen Vorbildern Jimi Hendrix und Rory Gallagher bewegt.  Und somit weiß jetzt so ziemlich jeder Musikinteressierte Bescheid.

Auf seinem Porträt wollte ich das Komödiantische, Verschmitzte und Slapstickartige des Larry Miller zeigen, der in seinen Konzerten mit einem grimassierenden Mordsspaß  die Zuschauer auf seine Seite zieht, so dass diese jedes Mal schier aus dem Häuschen geraten.

Gebraucht habe ich dazu so einfache Malmittel wie Wasserfarben, Tinte, Graphitstift und Farbstifte. Der Vorteil dieser schlichten Ausstattung ist, dass man mit ihr sehr schnell arbeiten und auch mal den Malprozess einfach zwischendurch unterbrechen und später fortsetzen kann. Denn bis auf die Wasserfarben sind keine Trocknungszeiten vonnöten und es ergeben sich demzufolge auch kaum Farbveränderungen. Für den Hintergrund habe ich vorher Farbproben auf dem verwendeten Malgrund, hier ein mattes, dickes Büttenpapier, aufgetragen und verglichen, bis ich die richtige Mischung hatte, so wie sie mir vorschwebte und die auch zu dem Portrait passt.

Zum Schluss bekam Larry Miller noch ein  Passepartout in elfenbein und einen schmalen Rahmen in mattem Weiß.

Robert Fripp

Robert Fripp

Robert Fripp scheint ein ziemlich introvertierter Mensch zu sein, dazu visionär und kompromisslos. Vielleicht habe ich deshalb violett, aubergine, mauve, blau und amethyst als Farben für sein Porträt gewählt, denn wie sagt man so schön: Violett gilt als Farbe des Geistes, der Phantasie und der Spiritualität

Mit diesen Farben und dem Verzicht auf einen definierten Hintergrund möchte ich diese außergewöhnliche Person durch sich selbst wirken lassen. Denn es ist hier unerheblich, wo sich Robert Fripp befindet, der Betrachter ordnet die Figur automatisch irgendwo ein. Eine Wand, ein Schlagschatten, oder auch nur eine Andeutung davon, stellt hier die Verbindung zwischen dem Objekt und der Umgebung her. So lässt sich auch mit einem  ungegenständlichen Hintergrund Tiefenwirkung erzeugen. Die Szenerie wirkt wie eine Bühne, der Abschluss ist zwar abstrakt, insbesondere auch durch den mit preußischblauer Tinte eilig heruntergekritzelten Songtext, aber er weist der Person ihren Platz zu und gibt der Figur Halt. Zudem verstärkt er die Hell-Dunkel-Kontraste auf dem Bild. Robert Fripp wollte ich gern ruhig und würdevoll, jedoch innovativ darstellen, denn wer ihn kennt, weiß, dass er gern vielschichtige musikalische Atmosphären und eigenwillige Geräuschkollagen kreiert, welche aber leider meist nur ein Insider Publikum erreichen.

Ein hellgraues Passepartout in der Größe 40 x 50 cm und dazu ein schmaler Metallrahmen vervollständigen das Porträt.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 59 other followers