Ein asphaltierter Weg windet sich um die große Kastanie herum und führt dann in einer langen Geraden über den gepflasterten Hof, auf dem nebeneinander zwei dreistöckige verglaste Betongebäude stehen. Die grauen Wände sind in rosa Dämmerlicht getaucht. Als ich um die Ecke biege, geht die Sonne genau zwischen zwei Treppenaufgängen unter, eine kleine, helle Orange.  Der Besitzer des Musik-Cafes steht in der Tür. Er ist ein großer Mann um die fünfzig mit stechendem Blick und kurz geschorenem, grau meliertem Haar. Über seinen Nacken zieht sich eine lange Narbe. Es geht das Gerücht, er sei bei der Fremdenlegion gewesen. Als Kellner fungieren zwei Studenten. Wer diese Studenten sind, weiß niemand so genau. Sie tragen die langen Haare im Nacken zusammengebunden und saubere rote Schürzen bis über die Knie. Der eine ist schön und groß, der andere klein, dicklich und blass. Ich setze mich dicht an die provisorische Bühne, um bei einem Glas kalifornischen Merlot den Auftritt der dreiköpfigen Band zu genießen. Und im ersten Moment denke ich, wie es wäre, wenn sie jetzt „You’ll Never Leave Harlan Alive“ vortragen würden und dann denke ich, du bist doch bescheuert, das wäre ja ein Zufall, und wer rechnet denn schon mit Zufällen? Und im Moment nach dem ersten Moment habe ich verstanden, wieso und weshalb gerade das jetzt passen würde und mir in den Sinn kam, und dass nur das eigentlich das Ziel sein kann, zu wissen, woher gerade dieses Gefühl kommt, dieser Wunsch.

Die Gedanken entwirren sich ganz von allein und der schöne Kellner trägt Baguette und Oliven zu dem Nebentisch, auf den die untergehende Sonne eine rote Linie legt, die Jungs der Band nehmen auf ihren orange beleuchteten Stühlen Platz, vor den Palmen, den Spiegeln und im Klirren der Gläser, und die Musik schabt alle Behäbigkeit und alle Alltäglichkeit von mir ab und alles macht Sinn, ganz viel Sinn und ich glaube jetzt mehr denn je zu wissen – nein, nicht wie die Dinge sein werden, aber wie sie waren.

Wer meine Arbeiten kennt, der weiß, dass ich mich immer mit einer besonderen Hingabe auf Portraits „stürze“,  weil sie mir einfach am meisten Spaß machen.  Wenn man dann noch einen echten Typen wie James Harman zeichnen kann, ist das einfach nur Spaß pur.  Seit mehr als 40 Jahren nämlich bereichert James Harman als Sänger,  Harmonikavirtuose und Bandleader das Bluesgeschehen.  Stets zeigt er sich musikalisch traditionsbewusst, ohne dabei in Retro-Klischees zu verfallen, und somit gehört er meiner bescheidenen Meinung nach zu den besten weißen Mundharmonikaspielern überhaupt.  Da ich vor einiger Zeit die große Freude und das Vergnügen hatte,  seinen traditionellen Blues,  der wie immer sehr originell und unterhaltsam war,  live zu erleben,  stand James Harman schon seit längerem auf meiner „Portrait-Liste“.

Anfügen möchte ich hier noch, dass ich bei dieser Zeichnung nach einigen Fotos des von mir sehr geschätzten Konzertfotografen Volker Fröhmer gearbeitet habe.  Aber während das Bildnis an sich gut und zügig zu erarbeiten war, kam mir zuerst keine Idee,  wie ich den Hintergrund am besten gestalten könnte.  Er sollte das “Insichversunkene”,  Selbstvergessene und in gewisser Weise “Entrückte”  des Musikers zeigen,  der mit geschlossenen Augen, in der linken Hand die Harmonica, seinen Song vorträgt.  Die Idee kam dann ganz plötzlich  in meinem Büro, als ich während eines Telefonats wie immer auf meiner Schreibtischunterlage herumkritzelte: Blätter, Wellen, Kreise und Kringel entstanden da und ergaben ein tranceartiges Muster.  Mir fiel ein, dass es ein ähnlich ins Auge fallendes, großzügiges Blattmuster auch auf dem Hemd des Herrn Harman zu sehen gibt und somit hatte ich große Lust, analog zu meinen Telefon-Kritzeleien den Hintergrund auszuarbeiten.

Gezeichnet ist dieses Portrait ( zur Großansicht bitte auf das Bild klicken)  mit Pastellstiften, Pastellkreide, Graphitstift und Tinte, dazu habe ich ein zartgraues Passepartout und einen breiten, tiefdunkelblauen Rahmen ausgesucht.

Und wer sich jetzt gern das von mir gezeichnete Portrait eines anderen großartigen Harpspielers anschauen möchte, nämlich das von Charlie Musselwhite, der kann dann mal hier klicken (…klick…)

Nachtrag vom 24.04.2012:

Heute habe ich gesehen, das James Harman dieses Bild auf seiner website veröffentlicht hat. Leider ohne meinen Namen zu nennen – aber ich werde ihn diesbezüglich mal anschreiben … Wer mal schauen möchte, kann hier klicken:

http://www.jamesharman.com/fr_home.cfm

Schon seit langem habe ich mich auf meine Ausstellung in der Galerie des hiesigen Kunstvereins gefreut. Denn ich habe die große Freude und das Vergnügen, 21 meiner Zeichnungen in Mischtechnik in dem stimmungsvollen Rahmen der Kunstgalerie präsentieren zu dürfen. Ja, und außerdem hatte ich die Ehre, dass Wolfgang Becker, Gitarrist und Sänger der Düsseldorfer Band „Schwarzbrenner“, auf der Vernissage am gestrigen Sonntag anwesend war, um die Besucher musikalisch zu begrüssen und die Ausstellung zu untermalen. Die Freude war deshalb so groß, weil ich Wolfgang Beckers musikalische Interpretationen der Lyrik des expressionistischen Dichters Georg Heym seit langem sehr schätze.
Eigentlich kenne ich kaum jemanden, der nicht ein Fan von Wolfgang Becker oder Georg Heym ist,  was beweist, dass ich in der Auswahl meiner Mitmenschen nicht immer ein unglückliches Händchen habe
Wenn man auf das Plakat an der Tür schaut, sieht man, dass ich die Ausstellung unter das Thema  „Der Fremde – Der Gleiche“ gestellt habe, denn wie jeder, der mich auch nur ein klitzekleines bisschen kennt, weiß,  interessieren mich bei meinen Zeichnungen zuallererst Menschen.
Vor allem auch ihre Lebensgeschichten, die in der heutigen Zeit scheinbar soviel facettenreicher sind, weil die Welt vielleicht so viel mehr zulässt: warum landet z.B. eine gestandene Frau aus Benin, die Medizin studiert hat, auf der Bühne und spielt Gitarre? Das, was vielleicht nicht immer auf den ersten Blick zu sehen ist, versuche ich mit dem Zeichenstift einzufangen – als einen emotionalen Moment, gestellt oder quasi als Schnappschuss mitgenommen, in Appartements, auf Bühnen, im Biergarten, beim Klettern, und ja, auch auf dem Bett sitzend.
Aber natürlich ist mein persönlicher Eindruck immer nur ein ganz kleiner Teil der Wahrheit. Das ist klar.
Drei Wochen lang, nämlich bis zum 19. Februar wird die  Ausstellung zu sehen sein und Einblicke in meine Ansichten von mehr oder weniger figürlich dargestellte Charaktere gewähren; und zwar auch zum Mitnehmen. Die Bilder kann man mittwochs und sonntags von 15 bis 17 Uhr anschauen, oder gerne zu einem mit mir vereinbarten Termin. Einfach einen Zeitpunkt per Tel. oder mail ausmachen!
Ich bin gespannt, freue mich auf die kommenden Tage und Begegnungen. ( Zur Großansicht bitte auf die Bilder klicken.)

Buntstifte und Pastellstifte kann man auch kombinieren, wie es hier in meinem Porträt des Bluesmusikers Robert Lockwood dargestellt ist ( zur Großansicht bitte auf das Bild klicken). Eine Zeichnung mit Pastellstiften, die zumeist sehr malerisch wirkt, kann durch grafisches Überzeichnen mit Buntstiften eine nachträgliche Klarheit bekommen. Umgekehrt kann eine Zeichnung mit Buntstiften weicher und diffuser werden, wenn sie nachträglich mit Pastellstiften überarbeitet wird. Für dieses Porträt  einer der „Last of the great Mississippi Delta Bluesmen“ habe ich nur wenige Farben benutzt, Ocker, Siena, Umbra, Grau, Schwarz und etwas Blau. Gezeichnet ist auf Hahnemühle Zeichenpapier 120g in DIN A3, welches ich quadratisch zurechtgeschnitten habe. Die Person, die Gitarre und auch die Hand sind relativ genau und realistisch gezeichnet, während der Hintergrund im Diffusen verschwimmt und nur eine schwach angedeutete Landschaft zeigt. Denn das Wichtige hier auf dieser Zeichnung ist der Mensch Robert Lockwood, der für seine Musik, seinen Blues, lebte und dies sein ganzes langes Leben lang. Dieses Porträt ist eines aus meiner Serie „The Blues Is Still Alive -  Porträts alter Bluesmänner/Bluesfrauen“, die ich mit Zeichnungen von Stadt- und Landansichten aus dem Süden der USA kombiniert habe.

Und wer jetzt gern mal einen Song von Robert Lockwood sehen und hören möchte, der kann dann mal hier klicken:

Da sitze ich also auf meinem sonnenbeschienenen Balkon und zeichne in mein Skizzenbuch. Dieses und jenes. Beschreibe eine Seite nach der anderen, mit diesem und jenem. Die Seiten davor und die Skizzenbücher davor zeigen es mir an, dieses Spiel, das nie zu gewinnen ist. Kein Heute ist mit dem Gestern zu füllen.

Manchmal. Könnte man es ja auch anders machen. Seine Geschichte anders erzählen. Denn das ist es doch, alles ist Geschichtenerzählen. Ach, weißt du noch? War das nicht schön? Ja, ich weiß es, aber ich weiß es anders, und das war auch schön. So sind die Menschen, sie erzählen Geschichten. Das ist, weil wir noch wach genug sind, weil wir noch zucken, wenn uns etwas berührt. Und weil nicht überall Hornhaut ist, wo man sie vermuten könnte.

Manchmal. Ist es besser, etwas geschehen zu lassen und zu merken: nein. Denn man muss aufpassen auf seine Geschichte. Allzu schnell geht sie verloren, ist plötzlich nicht mehr da. Die Figuren spielen nicht mehr mit, die Musik hört auf zu spielen, die Hauptfigur hat längst die Handlung abgegeben. Ja, man muss aufpassen auf seine Geschichte. Sonst ist man irgendwann nur noch Statist im Leben anderer. Und leere Tage haben keine Erinnerung. Haben keine Geschichten. Skizzenbücher bleiben leer, vergilben, zerstäuben.  Also nehme ich den Bleistift und male die Linien, lege dazu die Worte auf das Papier, setze schwelgerisch Farben hinzu und sortiere, denn es ist einfacher, sich einen Anlass zu nehmen, als permanent Acht zu geben und aufzupassen, dass die eigene Geschichte einem nicht wegrutscht, jedenfalls nicht so, dass man sie nicht mehr zu fassen bekommt. Vielleicht lese ich das, was ich heute schreibe, später noch einmal. Wenn ich wieder in meiner Geschichte blättere und mich frage: Weisst du noch? Vielleicht sitze ich dann auch auf einem sonnenbeschienenen Balkon. Irgendwann. In einem anderen Jahr. Ob hier oder woanders.

Für alle diejenigen, die vielleicht ihre Wohnung ein wenig umdekorieren möchten, gibt es jetzt die Gelegenheit, mit ein wenig Glück ein Original-Kunstwerk zu gewinnen!

Denn 10 verschiedene Künstler, die alle einen Blog betreiben, haben sich zusammengeschlossen, um in den nächsten 10 Wochen 10 Stck. ihrer Original-Kunstwerke zu verlosen, denn manchmal muss es halt ein wenig Showiness sein. Für 10 Wochen blüht also die Diskussionsrunde nacheinander in den Blogs aus Berlin, Bremen, Friesland, Hamburg, Magdeburg, Selm, Sanitz und Wermelskirchen. Mit regelmäßigen Fragen zur Kunst, und zwar jeweils Montags, bietet die Blogparade die Gelegenheit, immer mal wieder in unsere Blogs zu kommen und zu stöbern – und sich nebenbei auszutauschen. BIETE Kunst, SUCHE Gespräche und dazu ein gegenseitiges Kennenlernen – diesen Seiteneffekt hat das „Austauschen“ neben dem klaren Statement gegen vorgefertigten Massenkonsum in der Kunst nämlich auch. Hochgestochen formuliert ist es für 10 Wochen eine Wir-Gemeinschaft, die dabei wächst. In jeder Hinsicht.

Die einzelnen Blogparaden laufen jeweils eine Woche und am Ende dieser Woche wird auf dem Blog des Künstlers, der gerade “dran” ist, eine Zeichnung, ein Druck oder ein Aquarell unter den Teilnehmern der jeweiligen Diskussionsrunde verlost. Die Verlosung nimmt jeder Künstler in eigener Verantwortung vor. Also, wer mag, bitte mitmachen und weitersagen. Zusätzlich zu den unten angezeigten Verlosungen unterstützt uns die Firma „Hahnemühle“ mit Überraschungspaketen für die Teilnehmer. Man darf also gespannt sein.

Und das sind dann also die Künstler und die zu gewinnenden  Kunstwerke in der Reihenfolge der Blogparaden:

18.4.2011Andreas Mattern
„Prag 2“ -  Farbradierungen/Aquatinta 3 Platten, auf Hahnemühle Kupferdruckpapier, 15 x 20 cm, 2010

25.4.2011Julia Tepasse
„auftrieb“  -  collage//paper on canvas, 10 x 10 cm, 2010

02.05.2011Oliver Kohls
„Harlingen“  -  Pastell auf Sandpapier, ca. 40 x 30 cm, 2011

09.05.2011Conny Niehoff

„Rückenakt“  -  32 x 24 cm, Hahnemühle Burgund

16.05.2011Susanne Haun
„Wachender Engel“  -  Zeichnung 17 x 24 cm, Tusche auf Hahnemühle Burgund, 2011

23.05.2011Anna Schüler
„Zwischen den Zeiten VI“  -  Format A4, Tusche auf Bütten, 2010

30.5.2011 - Frank Hess
„Tulpenvase“  -  Zeichnung 30 x 20 cm, Tusche auf Bütten, 2011

06.06.2011Helen Königs
„Strandhaus 6″  -  Acryl auf Pizzakarton; genäht auf Passepartout, 15 x 15 cm, 2011

13.06.2011Roswitha Geisler
„Jimi Hendrix – Hush“ wasservermalte Pastellstifte, Graphit und Tinte auf Bütten von Hahnemühle 30 x 21 cm, Größe der Zeichnung ca. 15 x 15 cm

20.06.2011Frank Koebsch
„Kranich“  -  Miniatur in Aquarell auf Hahnemühle Aquarellpostkarte 10,5 x 15 cm, 2011

Wem also eines (oder mehrere) der Bilder gefällt und es gewinnen möchte, dem drücke ich die Daumen!

Die Idee zu diesem Porträt von Jimi Hendrix kam mir, als ich während eines Telefonates im Büro auf meiner Schreibtischunterlage herumkritzelte. Ein psychedelisches Muster entstand, ein Wust kringeliger Locken und eine Art wellenförmiger Sonne. Die Assoziation zu Jimi Hendrix erschien mir unverkennbar!

Also nahm ich das Blatt mit nach Hause, suchte mir ein altes Plattencover von Jimi Hendrix heraus und machte mich an die Arbeit.  Das „Kritzeln“ wollte ich auf jeden Fall beibehalten, nahm mir dafür zuerst mal einen Kugelschreiber und in einer zweiten Variante dann einen sehr altmodischen Mont Blanc-Füllfederhalter und kritzelte Jimi mit schnellen Strichen auf das Papier.  Dazu wählte ich raues, braunes, geripptes Ingrespapier in 100g Stärke aus, auf dem der Stift, bzw. der Füllfederhalter teilweise etwas „hakt“, was einen schönen Effekt ergibt.  Das psychedelische Muster ringsherum, das an eine wabernde Sonne oder einen Scheinwerfereffekt erinnert, habe ich mit wasservermalbaren Buntstiften in gelb und rot gezeichnet. Diese sind etwas cremiger als normale Buntstifte und werden mit einem mehr oder weniger feuchten Pinsel laviert.

Da ich so richtig in Schwung war, habe ich von diesem Motiv eine ganze Serie gezeichnet  und zwar in verschiedenen Farb-,  Papier- und Hintergrundvarianten, die sehr dekorativ nebeneinander gerahmt aussehen.

Notiz- und Skizzenbücher habe ich eine Menge. Große, kleine, breite, schmale, welche mit dickem oder dünnem Papier, mit Unterteilungen oder blanko. Am liebsten trage ich aber nach wie vor ein schönes Moleskine-Skizzenbuch (zur Großansicht bitte auf das Bild klicken) mit mir herum, mit cremefarbenen, karierten Blättern, schwarzem Pappdeckel und elastischem Gummiband, mit dem man es verschließen kann. Obwohl, Notizbücher von Moleskine soll es mittlerweile in vielen verschiedenen Varianten geben. Ich hörte sogar von Extra-Small-Varianten für Menschen, die gerne mit ganz kleinen Buchstaben schreiben. Wie manch einer weiß, stellte ich vor kurzem hier ( klick ) , einige meiner Notizbücher vor, in denen man eine Menge Skizzen, alltägliche Eindrücke, emotionale Verbindungen oder Farben, Anmerkungen, Kritzeleien und Ideen entdecken kann, bevor diese zu Bildern oder vielleicht auch zu Geschichten werden. Nämlich dann, wenn sich die  Essenz dieser Aufzeichnungen in meinen Hirnwindungen kondensiert hat. Später vielleicht. Eventuell. Oder auch gleich. Die meisten von  ihnen werden jedoch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag nichts als Momentaufnahmen bleiben, die ich versucht habe, auf diesen karierten Blättern festzuhalten und in denen ich z.B.  in Stunden der Besinnung ab und zu herum stöbere.  Und dabei oft genug feststelle, dass vieles, auch so manche Gedanken, ein ums andere Mal im Alltagsmatsch versunken sind. Eigentlich müsste man viel mehr von ihnen retten. Aufschreiben, skizzieren, mitteilen, noch mal denken. Oh ja. Nicht nur einmal ist es mir passiert, dass ich bei manchen Eintragungen auch nach Jahren noch für einen kurzen Moment innehalte und denke: “Huch.”  Und: “Wow.”

Nur muss man ab und zu daran erinnert werden.

Ein richtig nützliches und funktionales Teil zum Malen und Skizzieren ist diese Stifterolle. Ritsch-ratsch ist sie ausgebreitet und ebenso schnell wieder verschwunden. Dank Gummizug-Halterungen purzeln die Stifte nicht heraus und langes Kramen nach der passenden Farbe ist auch vorbei.
Diese handliche Rolltasche aus Leinen ist mit 27 kleinen und 4 großen Schlaufen ausgestattet. Damit fasst sie ein übersichtliches Farbstift- und/oder Bleistiftset und die großen Schlaufen nehmen zusätzlich dickere Stifte oder auch einen Radierer und Schere auf. Verschließen lässt sich die Tasche mit einem Gurt aus Kunstleder und einem Druckverschluss. Das ist, wie ich finde, eine praktische Sache: Rolle vorwärts und die Stifte liegen griffbereit; Rolle rückwärts und das Malwerkzeug wird platzsparend verstaut. Diese Konstruktion erweist sich meiner Meinung nach schnell einem „reißverschlossenen“ Etui überlegen. Außerdem ist die Stiftrolle problemlos einhändig zu bedienen, während die zweite Hand den Notizblock hält.

Ich erinnere mich, dass ich mir mal eine Stifterolle aus dickem Stoff mit viel Elan und Begeisterung selbst genäht habe. Leider ist diese dann aber ziemlich schnell unansehnlich geworden, da man den Farbabrieb der Stifte nicht vermeiden kann. Außerdem gebe ich zu, dass ich nicht die perfekte Schneiderin bin. Ganz toll und etwas Besonderes ist natürlich eine sogenannte „Oldschool“- Rolltasche aus kräftigem und weichem Leder, wobei sich das Preisgefüge allerdings in einem etwas anderen Rahmen bewegt. Nun ja. Diese meine Rolle von der Firma DERWENT hat moderate 8,90 Euro gekostet.

In meinen großen und kleinen Skizzenbüchern sammele ich Eindrücke und Beobachtungen. Ein handliches Skizzenbuch, ca. DIN A5 groß, steckt in der Regel immer in irgendeiner meiner Taschen, so dass ich da hinein alles mögliche zeichnen kann, was mir den Weg kreuzt. Ab und zu skizziere ich auch nur bestimmte Strukturen und Formen oder Ornamente, um mit ihnen vertraut zu werden. Oft schreibe ich dabei meine Gedanken, besondere Farben oder Farbzusammenstellungen, Begebenheiten oder auch Adressen dazu. Und jetzt könnte man mal fragen, ob das überhaupt Sinn macht, dass meine Skizzenbücher mit allem Möglichen vollgekritzelt werden. Könnte man, ich tue es jedoch nicht. Ich kenn nämlich die Antwort. Denn meine Skizzen erzählen Geschichten, obwohl es keine fertigen Bilder sind. Aber sie werden so für mich auch zu Nachschlagewerken, in denen Erinnerungen an bestimmte Begebenheiten konserviert werden und später als Information (z.B. als Hintergrund) in jedes beliebige Portrait fließen können. (weiterlesen…)

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